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28.08.2019

Duale Ausbildung stärken - Qualitätsoffensive für Berufsschulen

SPD-Antragspaket: mehr Berufsschullehrer einstellen, bessere individuelle Förderung, Digitalisierung vorantreiben

Die SPD-Landtagsfraktion macht sich für die Berufsschulen stark und hat ein entsprechendes Antragspaket in den Landtag eingebracht. "Der Fachkräftemangel ist das beherrschende Thema bei den bayerischen Betrieben und Unternehmen. Um diesem Problem zu begegnen, müssen auch die Berufsschulen gestärkt werden", erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Dr. Simone Strohmayr. "Mit einer Qualitätsoffensive für die Berufsschulen erreichen wir zweierlei. Erstens schaffen wir mit einer attraktiveren Berufsschule Anreize, dass mehr junge Menschen in einen Ausbildungsberuf gehen wollen und zweitens führt eine bessere Ausbildung zu qualifizierteren Arbeitskräften."

Die SPD fordert in ihrem Antragspaket zum einen, mehr Berufsschullehrer einzustellen, um sowohl den erheblichen Unterrichtsausfall (derzeit 10 Prozent an Berufsschulen) zu beseitigen als auch sicherzustellen, dass endlich 100 Prozent der Unterrichtspflichtstunden abgehalten werden können (derzeitige Abdeckung im FOS/BOS-Bereich: 95 Prozent, im Berufsschulbereich Agrar, Bau, Metall, Elektro: 92 Prozent). Die SPD-Fraktion fordert daher, dass für die nächsten beiden Schuljahre zusätzlich je 120 Planstellen geschaffen werden. "Die Schlechterstellung der beruflichen Schulen bei Lehrkräften hat in Bayern System. Das schadet den Berufsschulen, den Auszubildenden, den Betrieben und dem Wirtschaftsstandort Bayern", so Strohmayr. "Die Berufsschulen müssen endlich wieder ernst genommen werden!"

Zum anderen will die SPD eine bessere individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Die bisherigen 0,4 Stunden pro Klasse für Individualisierung sollen in den nächsten beiden Schuljahren auf eine Stunde pro Klasse erhöht werden. "Die Schulabschlüsse und Lernstände an den Berufsschulen sind so unterschiedlich wie an keiner anderen Schulart. Dem muss Rechnnung getragen werden", erklärt Strohmayr. "Im Moment werden meist zuerst die Schwächeren gefördert. Wir dürfen aber auch die Leistungsstarken nicht aus dem Blick verlieren und müssen hier ebenfalls für entsprechende Angebote sorgen. Diese erhalten nämlich derzeit keinerlei Zusatzangebote."

Außerdem soll die Digitalisierung vorangetrieben werden und die Mittel aus dem Digitalpakt des Bundes verstärkt Berufsschulen zugute kommen. "Digitalisierung spielt gerade in den bayerischen Betrieben eine große Rolle - hier wird mit modernsten Geräten gearbeitet. Das muss sich auch an den Berufsschulen widerspiegeln."

SPD-Antragspaket Qualitätsoffensive Berufsschulen (PDF, 179 kB)

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