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24.09.2019

Bahnstrecken aus Dornröschenschlaf holen: Bericht der Staatsregierung beschönigt Realität auf dem Land

Verkehrsexpertin Inge Aures: Gleichwertige Lebensverhältnisse liegen in weiter Ferne, wenn CSU und FW beim ÖPNV auf dem Land nicht endlich handeln

Angesichts des heutigen Berichts im Verkehrsausschuss zu Reaktivierung von Bahnstrecken bezeichnet die verkehrspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Inge Aures die Aussagen der Staatsregierung als bei weitem zu vage und zu wenig zielgerichtet: "Es ist etwas absurd, dass die Staatsregierung zwar betont, dass es einen Verfassungsanspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern gibt - aber beim Thema ÖPNV-Ausbau und Reaktivierung von Bahnstrecken weiterhin schläft", erklärt Aures. "Die Realität sieht so aus, dass in manchen Regionen Bayerns nicht einmal ein Mal am Tag der Bus fährt. Woanders fährt er so selten, dass er in der Wahrnehmung der Menschen vor Ort überhaupt keine Rolle spielt. Und gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahrzehnten bayernweit 156 Bahnstrecken und über 1100 Bahnhöfe und Stationen stillgelegt. Das passt nicht zusammen!"

Dass die Staatsregierung in diesem Zusammenhang eine Handvoll der bisher stillgelegten Bahnstrecken als für eine Reaktivierung "beabsichtigt" oder als "in Betracht gezogen" sieht und lediglich sechs weitere Bahnstrecken als "nicht so dringend" einstuft, mache die Lage nicht besser. "Gerade auf dem Land ist schnelles Handeln erforderlich", betont Aures. "Die Strecken sind da, sie müssen nur reaktiviert werden - womit die Mobilität in der jeweiligen Gegend direkt verbessert wäre. Doch die Staatsregierung zaudert weiterhin. Leidtragende sind die Menschen im ländlichen Raum. Wenn die Staatsregierung in diesem Tempo weiter macht, liegt die angeblich angestrebte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse noch in weiter Ferne."

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