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17.12.2019

SPD-Anfrage zeigt: Nur wenige Lehrkräfte wollen Schulleiter werden

Oftmals nur eine oder zwei Bewerbungen auf eine offene Schulleiterstelle - einige Stellen bleiben unbesetzt

Den bayerischen Schulen fehlt es oftmals an geeigneten Bewerbern für die Schulleiterstellen. Das zeigt eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion. Demnach waren zwischen dem 01.08.2018 und dem 31.07.2019 an allen Schulen in Bayern 626 Rektoren- und Konrektorenstellen ausgeschrieben. Auf diese Stellen hatten sich 226 Mal nur eine Person, 145 Mal zwei Personen und 112 Mal drei Personen beworben. Insgesamt gab es also bei 483 Stellen maximal drei Bewerbungen, das sind 77 Prozent aller Stellenausschreibungen. Zum Stichtag 01.10.2019 konnten 23 Direktoren- und neun Konrektorenstellen gar nicht besetzt werden.

"Hier läuft etwas gehörig schief. Gute Schule braucht gute Schulleiter", so die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Simone Strohmayr. "Ein Unternehmen oder eine Einrichtung mit einer attraktiven vakanten Stelle hat deutlich mehr Bewerberinnen und Bewerber. Ganz offensichtlich ist der Beruf des Schulleiters, der Schulleiterin für viele Lehrerinnen und Lehrer wenig erstrebenswert. Wir sollten uns fragen, woran das liegt."

Ein Grund dafür sei die vergleichsweise schlechte Bezahlung, ist sich Strohmayr sicher. "Der Gehaltsunterschied zu einer normalen Lehrerstelle ist oftmals nur wenige hundert Euro. Und das bei deutlich mehr Verantwortung und einer höheren Arbeitsbelastung." Hier müsse die Staatsregierung handeln und für eine bessere Bezahlung sorgen.

Außerdem müssten Schulleiterinnen und Schulleiter immer mehr Aufgaben übernehmen, so Strohmayr weiter. Zum Beispiel Schulungen organisieren, die Ganztagsgarantie bis 2025 auf die Beine stellen und Unterrichtsbesuche etwa für Referendarinnen und Referendare planen. "Kein Wunder, dass dieser bunte Strauß an Aufgaben viele potenzielle Bewerberinnen und Bewerber abschreckt."

material:

SPD-Anfrage Schulleiterstellen (PDF, 355 kB)

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