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07.03.2020

Corona: Staatsregierung muss umgehend regionale Testzentren einrichten

Gesundheitsexpertin Ruth Waldmann: Ansturm auf Arztpraxen und Kliniken hält weiter an – Testkapazitäten reichen nicht aus

Angesichts der neuen Corona-Infektionen fordert die gesundheitspolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion, Ruth Waldmann, die Staatsregierung auf, regionale Testzentren möglichst in jedem bayerischen Landkreis einzurichten: „Die derzeitige Situation sieht so aus, dass viele Arzt- und vor allem Kinderarztpraxen und Kliniken mit dem Ansturm durch verunsicherte Patientinnen und Patienten schlichtweg überfordert sind. Ein Hauptproblem ist, dass die bayernweiten Kapazitäten von 2.500 Tests am Tag in keiner Weise ausreichen, schon gar nicht mit Blick auf die Ballungszentren und besonders betroffenen Regionen. Die von der Staatsregierung beworbene Info-Hotline beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist so überlastet, dass die Anrufer nicht mal in eine Warteschleife kommen, sondern gleich aus der Leitung fliegen.“

Wenn eine möglicherweise infizierte Person in Kontakt mit dem medizinischen Personal kommt und daraus eine Ansteckung der Behandelnden erfolgt, bestehe die Gefahr, dass Praxen oder Stationen geschlossen werden müssen. „Der Hinweis, man solle lieber anrufen, reicht nicht aus, wenn die Praxen und auch die von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) betriebene Bereitschaftshotline 116 117 so überlastet sind. Besser wäre es, wenn es eine zentrale Anlaufstelle im Landkreis bspw. in Gesundheitsämtern, Mehrzweckhallen oder auch Zelten wie bei der Klinik in Aschaffenburg gäbe, wo man sich testen lassen kann ohne möglicherweise andere anzustecken. Dorthin kann auch die knapp werdende Schutzkleidung für das medizinische Personal geliefert werden. Bislang muss ja jede Praxis einzeln sehen, wo sie das Material herbekommt“, so die stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bayerischen Landtag.

Durch den rapiden Anstieg von Neu-Infektionen in Bayern bedürfe es eines koordinierten Vorgehens für das bayerische Gesundheitswesen durch Vorgaben des Krisenstabs, erklärt Waldmann und ergänzt: „Die Gefahr ist groß, dass medizinisches Fachpersonal durch Überlastung und Krankheit ausfallen kann. Dem kann man mit regionalen Testzentren begegnen. Dort könnten Patientinnen und Patienten zuverlässige Informationen erhalten und einen Corona-Test machen. Im Zweifelsfall kann man sie anweisen, bis zum Testergebnis zuhause zu bleiben. Mit Hausbesuchen durch den Bereitschaftsdienst kann man den zusätzlichen Corona-bedingten Bedarf wohl nicht mehr abfangen. Schließlich müssen ja weiterhin auch andere Erkrankungen behandelt werden.“

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