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22.05.2020

Werkverträge und Saisonarbeit: Schärfere Kontrollen für alle betroffenen Branchen notwendig

SPD-Fraktionschef Arnold: Hygienemängel und Überbelegung auch im Baugewerbe – Anfrage offenbart: Staatsregierung kann nicht einmal Beschäftigtenzahlen benennen

Nachdem in den vergangenen Tagen Missstände in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen und in der Landwirtschaft bekannt wurden, fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende Horst Arnold, auch weitere betroffene Branchen, die in hohem Maße auf Werkvertragsbeschäftigte und Saisonarbeitende zurückgreifen, verstärkt in den Blick zu nehmen und die Kontrollen zu verschärfen. Arnold erläutert: „Übervolle Unterkünfte, unhygienische sanitäre Anlagen, hohe Krankheitsanfälligkeit aufgrund überlanger Arbeitstage und mangelnder Schutz vor Covid-19-Infektionen sind leider in der Werkvertrags- und in der Saisonarbeit keine Seltenheit – egal ob es sich um die Fleischbranche, das Baugewerbe oder die Landwirtschaft handelt.“

Dies wurde Arnold auch in Gesprächen mit Branchenexperten bestätigt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende meint deshalb: „Hier länger wegzusehen, wäre fatal! Stattdessen braucht es engmaschige Kontrollen und, wo nötig, spürbare Sanktionen. Das schützt die Beschäftigten, aber auch all die Arbeitgeber, die sich fair verhalten, und ist zudem ein wichtiger Baustein zur effektiven Infektionsbekämpfung.“

Zur Antwort der Staatsregierung auf seine aktuelle Plenaranfrage erklärt Arnold: „Mir drängt sich der Eindruck auf, dass die Staatsregierung das Problem noch immer nicht wirklich ernst nimmt. So konnte sie nicht einmal die Anzahl der Menschen nennen, die derzeit in Bayern als Saison- und Werkvertragsarbeiterinnen und -arbeiter tätig sind. Das ist aus meiner Sicht aber zwingende Voraussetzung, um zielgenaue Maßnahmen zugunsten der Betroffenen in die Wege leiten zu können!“

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