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09.07.2020

Flucht und Vertreibung gehören zu den bedrückendsten Erfahrungen unserer Zeit

Vertriebenenpolitischer Sprecher Halbleib zum 70. Jahrestag der Charta der Heimatvertriebenen - Anerkennung der Lebensleistung beim Aufbau Bayerns

Der vertriebenenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Volkmar Halbleib hat in seiner Rede im Bayerischen Landtag anlässlich ihres 70. Jahrestags die "Charta der Heimatvertriebenen" als wertvolles Bekenntnis und Grundlage der Aussöhnung bezeichnet. Flucht und Vertreibung seien leider keine historisch abgeschlossenen Phänomene. "Sie gehören nach wie vor zu den bedrückendsten Herausforderungen unserer Zeit. Der 70. Jahrestag der Charta muss Anstoß und Mahnung sein, Vertreibung aus ethnischen, religiösen und sonstigen Gründen zu ächten und alles zu tun, damit Menschen in ihrer Heimat bleiben können und denen mit Empathie zu helfen, die heute aus ihrer Heimat vertrieben werden."

Keiner könne so ermessen wie die Heimatvertriebenen, wie wichtig Europa für eine Aussöhnung auf der Grundlage von Wahrhaftigkeit ist. "Niemand kann so überzeugt sein, wie die Heimatvertriebenen, dass nur Europa die zerstörerische Kraft des Nationalismus überwinden kann", sagte Halbleib in der Aussprache zum Dringlichkeitsantrag der CSU. Eine der wichtigsten Botschaften der Charta der Heimatvertriebenen sei es, das erlittene Unrecht und Leid anzuerkennen. Es gehe dabei nicht vorrangig um materielle Entschädigung, sondern um die "Wiedergutmachung in den Seelen und Herzen".

Der vertriebenenpolitische Sprecher verwies in seiner Rede zudem auf die Lebensleistung der Heimatvertriebenen: "Bayern würde ohne die Aufbauleistung der Heimatvertriebenen anders dastehen. Die Vertriebenen haben mit Kraft, Mut und Energie mitgeholfen, unser Land wieder aufzubauen und mitzugestalten.

Die Charta der Heimatvertriebenen wurde am 5. August 1950 in Stuttgart beschlossen.

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