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24.07.2020

Nur rund ein Prozent des Schienenpersonennahverkehrs in Bayern mit kostenfreiem WLAN ausgestattet

SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Arnold: Digitale Mobilität ist zentral für wirtschaftliche Attraktivität des Freistaats – Größere Anstrengungen der Staatsregierung und Bahn erforderlich

Gerade einmal 1,2 Prozent des bayerischen Schienenpersonennahverkehrsnetzes in Bayern, zu dem insbesondere Nahverkehrszüge (Interregio, Regional-Express etc.) und S-Bahnen gehören, verfügen über kostenloses WLAN für die Fahrgäste (Stand: 2019). Dies gab das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr auf Anfrage (PDF, 118 kB) des SPD-Fraktionsvorsitzenden Horst Arnold bekannt. Konkret handelt es sich um die Netze Hohenlohe-Franken-Untermain sowie Aulendorfer Kreuz. Diese kommen zusammengerechnet auf etwa 99 Millionen Personenkilometer (Pkm) – was wiederum 1,2 Prozent des Gesamtvolumens von DB Regio in Bayern (8,1 Milliarden Pkm pro Jahr) entspricht. Die Pkm sind eine Maßeinheit für die Verkehrsleistung und ergeben sich aus den gefahrenen Kilometern multipliziert mit der Zahl der Reisenden.

Arnold fordert angesichts dieser erschreckenden Zahlen größere Anstrengungen aller beteiligten Akteure: „Was den Schienenpersonennahverkehr anbelangt, so zeigt sich leider: Bayern ist anno 2020 eine Digitalisierungswüste. Dabei ist digitale Mobilität ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Attraktivität und die Zukunftsfähigkeit des Freistaats.“ Den öffentlichen Personennahverkehr und den Schienenpersonennahverkehr zu digitalisieren, umfasse zwar weit mehr als kostenfreies WLAN, aber: „Frei verfügbares Internet in Zügen oder S-Bahnen ist längst nicht mehr nur ein Nice-to-have, es ist Informations- und Kommunikationsquelle und sowohl in Ballungsgebieten als auch im ländlichen Raum ein wichtiger Standortfaktor. Deshalb muss Bayern hier dringend schneller vorankommen!“

In ihrer Antwort auf Arnolds Anfrage schreibt die Staatsregierung, ihr Ziel sei „ein für Fahrgäste kostenloses WLAN-Angebot in allen Zügen des SPNV“. Aus diesem Grund nehme die Bayerische Eisenbahngesellschaft bei allen Neuausschreibungen ein kostenloses WLAN-Angebot verpflichtend in die Verträge auf. Dies begrüßt Arnold, allerdings stocken die Verhandlungen mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen derzeit erheblich. Der SPD-Fraktionsvorsitzende befürchtet daher, dass das von der Staatsregierung selbst ausgerufene Ziel, bis Ende 2026 alle Fahrzeuge des Schienenpersonennahverkehrs mit kostenfreiem WLAN auszustatten, in immer weitere Ferne rücke.

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