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22.09.2020

CSU und Freie Wähler streiten: Verlierer ist der öffentliche Nahverkehr auf dem Land

SPD-Verkehrspolitikerin Aures kritisert, dass die Koalition die vertraglich festgelegte Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken ausbremst

Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Inge Aures ist erstaunt, dass sich CSU und Freie Wähler um das im Koalitionsvertrag beschlossene Thema der Reaktivierung von stillgelegten Bahnstrecken streiten und die CSU offenbar einen Dringlichkeitsantrag des Koalitionspartners blockiert: "Mit dem Koalitionsfrieden kann es nicht weit her sein, wenn ein Thema, das Schwarz auf Weiß im Koalitionsvertrag steht, einfach über Bord geworfen wird. Die Staatsregierung ist offenbar mehr mit sich beschäftigt als mit dem für den ländlichen Raum so wichtigen ÖPNV", erklärt Aures.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert seit langem die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken. "Wir wollen auch auf dem Land einen attraktiven öffentlichen Nahverkehr. Dazu gehört auch, dass stillgelegte Bahnstrecken wieder genutzt werden", erklärt Aures. Eine Reaktivierung soll nach dem Willen der Verkehrspolitikerin auch ohne eine Mindestzahl von täglichen Fahrgästen möglich sein, zum Beispiel, weil die Strecke touristisch bedeutend ist oder eine Hauptstrecke bedient. Deswegen dürften die Fahrgäste nicht nur unter der Woche gezählt werden. Touristische Strecken würden vor allem am Wochenende genutzt, so die Kulmbacher Abgeordnete. Sie fordert von der Staatsregierung, Wort zu halten und Reaktivierungen von Bahnstrecken voranzutreiben und zu finanzieren.

Aus dem Abschlussbericht der von der SPD initiierten Enquete-Kommission "Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern" vom Januar 2018 geht hervor, dass in Bayern zwischen 1949 und 1995 insgesamt 156 Bahnstecken sowie 1100 Bahnhöfe und Stationen stillgelegt wurden.

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