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16.10.2020

CSU und Freie Wähler schauen bei Armut lieber weg

Anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut kritisiert die Sozialpolitikerin Rauscher die Ablehnung eines entsprechenden Berichts im Sozialausschuss

Die Vorsitzende des Sozialausschusses im Bayerischen Landtag Doris Rauscher kritisiert, dass die Staatsregierung die Bekämpfung der Armut in Bayern nicht kraftvoll voranbringt. Anlässlich des Internationalen Tags für die Beseitigung der Armut (17.10.) sagt Rauscher: "CSU und Freie Wähler verharmlosen im reichen Bayern die wachsende Armutsgefährdung und wollen nicht hinschauen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass der von der SPD im Sozialausschuss geforderte Armuts- und Reichtumsbericht für den Freistaat abgelehnt wurde", erklärt Rauscher. Für wirksame politische Maßnahmen seien umfassende Datengrundlagen unabdingbar.

In Bayern geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Zwischen 2009 und 2019 ist die Armutsgefährdung von 13,7 auf 14,7 Prozent angestiegen. Damit ist nahezu jede siebte Person im Freistaat von Armut bedroht. "Dass darunter allein über 250.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind, macht mir wirklich Sorgen", sagt die Sozialexpertin. Besonders betroffen sind auch Alleinerziehende und deren Kinder, Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose, Bürger mit Migrationshintergrund sowie kinderreiche Familien. "Dass auch fast jede fünfte Frau von Armut bedroht ist, macht deutlich, das auch Frauen- und nachfolgend Altersarmut in Bayern ein reales und wachsendes Problem ist", sagt die Abgeordnete aus Ebersberg.

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