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20.10.2020

Corona-Quarantäne von Schülern und Lehrern spätestens nach dem zweiten negativen Test beenden

Aktueller Dringlichkeitsantrag: Geltende 14-Tage-Regel bedeutet effektiven Lockdown

Die SPD-Landtagsfraktion will bayerischen Schülerinnen und Schülern möglichst viel Präsenzunterricht an Schulen ermöglichen. In einem aktuellen Dringlichkeitsantrag, der morgen (21.10.) dem Plenum des Bayerischen Landtags zur Beratung vorliegt, wird die Änderung der geltenden Quarantäne-Regelung vorgeschlagen. Nach zwei negativen Testergebnissen soll der Schulbesuch ohne Quarantäne wieder möglich sein. Bisher gilt: Tritt in einer Klasse ein COVID-19-Fall auf, wird die gesamte Klasse zwei Wochen in Quarantäne geschickt. Alle Schüler werden am ersten Tag nach Feststellung und fünf bis sieben Tage danach getestet. Auch für Lehrer gilt: Sie müssen zuhause bleiben und dürfen keinen Unterricht geben. "Die bayerische Regelung bedeutet für immer mehr Eltern und ihre Kinder faktisch einen Lockdown. Sie ist nicht angemessen, schlecht umsetzbar und wird von Familien nicht akzeptiert. Besonders problematisch ist, dass auch noch die Gesundheitsämter unterschiedlich entscheiden und die Quarantäne auch länger dauern kann", erklärt die bildungspolitische Sprecherin Dr. Simone Strohmayr. Die schwäbische Abgeordnete verweist auf die negativen Konsequenzen: Denn für Klassen in Quarantäne gibt es kein gesondertes Bildungsangebot und auch die Eltern werden nicht durch eine Notbetreuung ihrer Kinder unterstützt.

Im SPD-Dringlichkeitsantrag wird die Staatsregierung deshalb aufgefordert, den Rahmenhygieneplan vom 2. Oktober 2020 zu ändern. Strohmayr verweist auf andere Bundesländer, wie zum Beispiel das Saarland. Dort müssen Kinder mit Atemwegs- und Grippesymptomen zuhause bleiben und sich gegebenenfalls testen lassen. Nach einem negativen Testergebnis dürfen sie wieder zur Schule.

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