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20.11.2020

S-Bahn München: Fast 2.000 Weichenstörungen in zehn Jahren

Münchner Abgeordneter Rinderspacher: Zuverlässigkeit muss bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit Priorität haben

Im Zeitraum 2010 bis 2019 gab es im Münchner S-Bahn-Netz 1.960 Weichenstörungen. Bis zum Jahr 2025 soll nun knapp jede zehnte Schienenweiche im Münchner S-Bahn-Netz erneuert werden. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage des Münchner SPD-Landtagsabgeordneten Markus Rinderspacher hervor. Demnach werden bis 2025 38 von 328 Weichen erneuert - mit Kosten von ca. 8,7 Millionen Euro.

Rinderspacher fordert: „Es wird bei der Münchner S-Bahn auch diesen Winter Störungen geben. Wir müssen noch mehr in die Schieneninfrastruktur investieren. Viele Weichen im Münchner-S-Bahn-Netz sind in die Jahre gekommen. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 18 Jahren.“ Die durchschnittliche Betriebsdauer liege bei 20 bis 35 Jahren, je nach Weichentyp und Belastung der Weiche, schreibt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer an den Abgeordneten auf dessen Anfrage.

2020 sind laut Schreyer lediglich zwei Weichen im S-Bahn-Netzbezirk Pasing für knapp 200.000 Euro erneuert worden. Rinderspacher erklärt: „Die Münchner S-Bahn muss zuverlässig sein - zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter.“

Seit 2010 gab es durchschnittlich 196 Weichenstörungen pro Jahr. Auf die Woche bezogen liegt der Durchschnittswert bei 3,8. Durch Weichenstörungen kam es im Zeitraum 2010 bis 2019 zu einem Betriebsausfall von durchschnittlich etwa 100 Stunden pro Jahr.

Das neue Weichen-Diagnose-System Diana soll mithilfe von Sensoren und einer digitalen Plattform Weichenstörungen und Verschleiß früher erkennen. Die Anzahl der Weichenstörungen sei wegen der neuen Technik um rund zehn Prozent gesunken, schreibt die Ministerin an Rinderspacher. Seit 2011 wurden laut Statistik 122 Münchner Weichen mit einem Gesamtwertumfang von ca. 30 Millionen erneuert.

Im Winter 2018 hatte die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) harsche Kritik am Zustand der S-Bahn-Infrastruktur in München geübt und gefordert, „die Infrastrukturstörungen auf ein Minimum zu reduzieren.“ Die Münchner S-Bahn ist Teil des verkehrlichen Aufgaben- und Verantwortungsbereichs des Freistaats Bayern.

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