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26.11.2020

Landtags-SPD will Palmöl im Diesel verbieten

Europasprecher Markus Rinderspacher: Biodiesel aus Palmöl ist dreimal klimaschädlicher

Die Landtags-SPD fordert in einem Antrag, Palmöl als Beimischung im Diesel zu verbieten. Europasprecher und Landtagsvizepräsident Markus Rinderspacher: „Biodiesel aus Palmöl ist dreimal klimaschädlicher als herkömmlicher Diesel. Der Anbau von Palmöl führt insbesondere in Indonesien und Malaysia dazu, dass großflächige Waldgebiete abgeholzt werden.“

Bereits im März letzten Jahres hat die Kommission der Europäischen Union (EU) bekannt gegeben, dass die Beimischung von Palmöl zum Diesel als nicht nachhaltig eingestuft wird. Die Verwendung von Palmöl in Dieselkraftstoff soll laut EU ab 2023 schrittweise reduziert und bis 2030 beendet sein. Die EU-Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, schärfere Maßnahmen schon früher zu ergreifen.

Die EU ist weltweit der zweitgrößte Importeur von Palmöl. Mehr als die Hälfte des in die EU eingeführten Palmöls, rund vier Millionen Tonnen, wird für die Herstellung von Biodiesel verwendet. Mehr als 500.000 Tonnen Palmöl hat Deutschland im Jahr 2018 als Biokraftstoff importiert.

Rinderspacher: „Die tropischen Ökosysteme und Regenwälder sind gewaltig unter Druck. Wenn der Regenwald so massiv gerodet wird, gefährdet das die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren und die Menschenrechte der dort lebenden Menschen. Auch in den angrenzenden Meeresökosystemen der Palmölproduktion kommt es zum Verlust von Grundwasser, Flüsse trocknen aus.“

Die EU hat sich im Rahmen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verpflichtet, Entwaldung zu stoppen. Frankreichs Nationalversammlung hat bereits im Dezember 2018 beschlossen, Palmöl bis 2020 aus dem Biosprit zu verbannen.

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