Die SPD-Woche im Landtag

30. Januar 2026

Heute mit Gedanken zur Teilzeit-Debatte

Holger Kommentar Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Interessierte,

wäre heute die Wahl zum Unwort des Jahres, würde ich mich für die Lifestyle-Teilzeit entscheiden. Was für ein verächtlichmachender und hasserfüllter Begriff! Fällt es unter den Begriff Lifestyle, wenn man seine Kinder von der Kita abholen muss? Zur kranken Mutter fährt, um sie zu pflegen? Ehrenamtlich bei der Feuerwehr arbeitet? Mit „Lifestyle“ wird ganz bewusst der Eindruck erweckt, als wären Teilzeitmitarbeiter vor allem mit Heli-Skiing oder Jacht-Ausflügen beschäftigt. Was für eine bodenlose Gemeinheit!

Mir missfällt es sehr, mit welch pauschalen Behauptungen und Verunglimpfungen gerade die Debatte um Arbeitszeit geführt wird. Wer mehr Vollzeitbeschäftigte will, sollte zunächst für ausreichend Kita-Plätze sorgen. Dann hätten viele Menschen überhaupt erst die Chance, länger ihrem Beruf nachzugehen. So aber schwingt immer der latente Vorwurf der Faulheit mit. Dabei ist Teilzeit ein wichtiges Instrument, um das Arbeiten flexibler, alltagstauglicher zu machen. Viele Arbeitnehmer können überhaupt nur deshalb eine Stelle antreten, weil die Möglichkeit zur Teilzeit besteht. Das sollte man in Zeiten des Fachkräftemangels nicht vergessen.

Reichlich pauschal kommt mir auch die Diskussion um die Wochenarbeitszeit vor. Ich kann aus der Erfahrung mit meinem eigenen Handwerksbetrieb sagen: Mehr als 40 Stunden pro Woche sind nicht drin. Gerade bei körperlicher Arbeit stößt man irgendwann an seine Belastungsgrenze. Zeitliche Flexibilität dagegen ist für viele sehr attraktiv. Heißt: Auch mal länger arbeiten, wenn es die Auftragslage hergibt – meine Kunden haben nichts davon, wenn sich die Malerarbeiten in ihrer Wohnung über Tage erstrecken und vielleicht zwischendrin auch mal gar nichts passiert. Das will ich als Unternehmer vermeiden. Aber natürlich haben meine Leute anschließend entsprechend länger frei, es muss einen fairen Ausgleich geben. Vielleicht springt auch mal unter der Woche ein komplett freier Tag für die Familie heraus.

Meine Erfahrung ist, dass weniger starre Arbeitszeiten allen nützen können: dem Betrieb wie auch den Arbeitnehmern. Das ist es auch, was die Bundesregierung erreichen will. Nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht um eine Rückkehr zur 50-Stunden-plus-Woche. Soziale Errungenschaften tasten wir nicht an.

Ihr / Euer
Holger Grießhammer

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